Innovationen und Dekarbonisierung

NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer zu Gast am Flughafen Paderborn/Lippstadt
Bei einem Besuch am Flughafen Paderborn/Lippstadt informierte sich Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer über Maßnahmen zur Dekarbonisierung und geplante Innovationen. „Seit dem Neustart nach der Corona-Pandemie haben wir unseren Airport konsequent zukunftsorientiert aufgestellt. So sind zahlreiche Projekte und Initiativen mit Vorbild-Charakter entstanden, die auch an anderen Standorten für Aufmerksamkeit sorgen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Christoph Rüther. Diesen Kurs wollen die Verantwortlichen vorantreiben und erläuterten dem Minister die Pläne.
Krischer beschrieb die wichtige Rolle der Regionalflughäfen am Beispiel von Paderborn/Lippstadt: „Der Flughafen zeigt, wie Innovation, Klimaschutz und regionale Mobilität zusammen gedacht werden können. Er ist das Reallabor der Region Ostwestfalen-Lippe für nachhaltige Mobilität und ein gutes Beispiel dafür, wie die Zukunft der Luftfahrt regional vorangetrieben werden kann."
In den vergangenen Jahren hat der Flughafen Paderborn/Lippstadt mit zahlreichen Maßnahmen Akzente zur Dekarbonisierung gesetzt. Allein durch eine Modernisierung der Beleuchtung und die Umstellung auf die LED-Technologie kann der Heimathafen rund 700.000 kWh Strom pro Jahr einsparen. Der Bezug von 100 Prozent Ökostrom, ein zweiter Anschluss an das Wärmenetz einer benachbarten Biogasanlage sowie die Anschaffung von vier Elektro-Förderbändern und zwei Elektro-Fluggasttreppen brachten weitere positive Effekte. Um jährlich fast 60.000 Liter konnte der Airport den Bezug von Diesel durch die Umstellung auf synthetischen Biokraftstoff und elektrische Boden-Stromversorgung reduzieren.
Die Errichtung der bislang am Flughafen größten Photovoltaik-Anlage auf dem Parkhaus Süd, die in Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft Paderborner Land eG und somit mit einer intensiven Bürgerbeteiligung erfolgt ist, und die Inbetriebnahme mehrerer Elektro-Ladepunkte an verschiedenen Standorten, rundeten in der jüngeren Vergangenheit das Engagement zur Dekarbonisierung ab. "Wenn es um das Thema Umwelt an Airports geht, haben die meisten Bürgerinnen und Bürger nur den Flugbetrieb im Blick. Mindestens genauso wichtig sind allerdings die Aspekte, die zur Sicherstellung des Flugbetriebs beitragen. Hier gibt es enormes Einsparpotenzial", erläuterte Geschäftsführer Roland Hüser.
Mit seinen Aktivitäten als Innovationsflughafen PAD verfolgt der Airport Paderborn/Lippstadt die ehrgeizige Zielsetzung, eine einzigartige Umgebung für Entwicklung, Test und Validierung von zukünftigen Landside, Airside und Terminal Operations anzubieten. Unter Beteiligung der regionalen Forschungslandschaft, insbesondere der Universität Paderborn und von Fraunhofer IEM, geht es dabei vor allem um neuartige Anwendungen mit Vorbild-Charakter, die auch an anderen Standorten zum Einsatz kommen könnten. Mit dem zweimal jährlichen stattfindenden "Forum Innovationsflughafen" ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt bundesweit zu einem wichtigen Akteur geworden.
Zu den ersten Innovations-Projekten zählen eine automatisierte Fluggast-Brücke (Projekt FastGate), eine Effizienzsteigerung in mittelständischen Luftfahrt-Betrieben (Projekt Digital Aerospace Factory) und das automatisierte Manövrieren von Flugzeugen auf dem Vorfeld (Projekt AEM-Speedport). Kürzlich ist hier bereits ein viertes Projekt zum automatisierten Gepäckhandling (AGNBA) an den Start gegangen, an dem ganz im Sinne der regionalen Wirtschaftsförderung und einer Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft mehrere heimische Unternehmen und das Fraunhofer IEM beteiligt sind.
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Beim Besuch am Flughafen Paderborn/Lippstadt (von links): Landrat Christoph Rüther, NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, Flughafen-Geschäftsführer Roland Hüser und Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident der Universität Paderborn.
